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2025-02-25 App_619_2025
Source:
Denial, reimbursement
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Rule 333 – Review of case management orders, Rule 370 – Court fees
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The following text is not a complete transcript of the decision/order:
Lokalkammer München
UPC_CFI_220/2023
UPC_CFI_221/2023
Verfahrensanordnung
des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts
Lokalkammer München
erlassen am 25. Februar 2025
KLÄGERIN
Panasonic Holdings Corporation
vertreten durch: Christof Augenstein, Jonas Block, Miriam Kiefer (Kather Augenstein).
BEKLAGTE UPC_CFI_220/2023
1) Xiaomi Inc.
2) Beijing Xiaomi Mobile Software Co. Ltd.
3) Xiaomi Technology Germany GmbH
4) Xiaomi Technology France S.A.S
5) Xiaomi Technology Italy S.R.L
6) Xiaomi Technology Netherlands B.V.
7) Xiaomi H.K. Limited
8) Xiaomi Communications Co., Ltd.
9) Odiporo GmbH
10) Shamrock Mobile GmbH
Vertreten durch: Henrik Lehment, Benjamin Schröer, Steffen Steininger (Hogan Lovells)
BEKLAGTE UPC_CFI_221/2023
1) Guangdong OPPO Mobile Telecommunications Corp. Ltd.
2) OROPE Germany GmbH
vertreten durch: Tobias J. Hessel (Clifford Chance).
STREITPATENT
Europäisches Patent Nr. 3 024 163.
SPRUCHKÖRPER/KAMMER
Spruchkörper 1 der Lokalkammer München.
MITWIRKENDE RICHTER/INNEN
Diese Anordnung wurde durch den Vorsitzenden Richter Dr. Matthias Zigann als Berichterstatter, die rechtlich qualifizierten Richter András Kupecz und Tobias Pichlmaier und die technisch qualifizierte Richterin Kerstin Roselinger erlassen.
VERFAHRENSSPRACHE
Deutsch
GEGENSTAND DER RECHTSSACHE:
Patentverletzung - Rücknahme der Klagen und Widerklagen hier: Antrag auf Überprüfung der Höhe der Rückerstattung durch den Spruchkörper – Regel 333 EPGVerfO
SACHVERHALT UND ANTRÄGE
Die Parteien haben nach einer außergerichtlichen Einigung Ende des Jahres 2024 sowohl die anhängige Verletzungsklage als auch die Widerklagen zurückgenommen und die anteilige Rückerstattung der Gerichtsgebühren in Höhe von 60% beantragt.
Der als Berichterstatter handelnde Vorsitzende der Lokalkammer hat den Parteien lediglich eine Rückerstattung in Höhe von 40% zuerkannt (Ziff. 5 der Anordnungen vom 23.12.2024 und 24.12.2024). In den Anordnungen heißt es:
„Die jeweilige Klagepartei bzw. Widerklagepartei erhält eine anteilige Rückerstattung der Gerichtsgebühren gem. R. 370.9 (b) (ii) VerfO von jeweils 40 Prozent.“
Zur Begründung heißt es:
„Die Rücknahmen erfolgten im Zeitraum nach Abschluss des schriftlichen Verfahrens und vor Abschluss des Zwischenverfahrens. Mithin ist eine Gebührenerstattung in Höhe von 40 Prozent gem. R. 370.9 (b )(ii) VerfO gerechtfertigt. Gründe, die Erstattungen gem. R. 370.9 (e) VerfO zu verweigern oder zu kürzen liegen nicht vor.“
Panasonic bringt vor, es sei nicht ersichtlich, dass die Parteien bis zur Klagerücknahme über den Abschluss des schriftlichen Verfahrens unterrichtet worden seien.
Panasonic beantragt daher in App_608/2025 UPC_CFI_221/2023:
I. die Anordnung des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts vom 23.12.2024, Aktenzeichen UPC_CFI_221/2024 [UPC_CFI_221/2023], No. ORD_67685/2024 zu überprüfen,
II. Ziff. 5 der Anordnung vom 23.12.2024 wird insoweit abgeändert, dass die Klagepartei eine anteilige Rückerstattung der Gerichtsgebühren gemäß R.370.9(b)(i) VerfO von 60% erhält.
Panasonic beantragt daher in App_619/2025 UPC_CFI_220/2023:
I. die Anordnung des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts vom 24.12.2024, Aktenzeichen UPC_CFI_220/2023, No. 67985/2024 zu überprüfen,
II. Ziff. 5 der Anordnung vom 24.12.2024 wird insoweit abgeändert, dass die Klagepartei eine anteilige Rückerstattung der Gerichtsgebühren gemäß R.370.9(b)(i) VerfO von 60% erhält.
Oppo und Xiaomi wurden gemäß Regel 333.2 Satz 3 EPGVerfO angehört.
Oppo hat keine Einwände gegen den Vortrag der Klägerin erhoben.
Xiaomi hat angegeben, dass in Bezug auf das Verletzungsverfahren keine Stellungnahme beabsichtigt sei.
GRÜNDE
I.
Der Spruchkörper bestätigt die Anordnungen des Berichterstatters.
Die Frage, ob es mit Blick auf die Rückerstattung von Gerichtsgebühren in Regel 370.9 (b) (i) EPGVerfO auf die formelle Mitteilung des Gerichts über den Abschluss des schriftlichen Verfahrens ankommt, oder ob es ausreicht, dass bereits sämtliche Schriftsätze gemäß Regel 12.1 EPGVerfO ausgetauscht sind und insofern das schriftliche Verfahren – wie hier – de facto abgeschlossen ist (in diesem Sinne auch Lokalkammer Mannheim, Anordnung vom 4. Februar 2025, UPC_CFI_223/2023), kann hier letztlich offen bleiben:
Sinn der in Regel 370.9 (b) EPGVerfO vorgesehenen Staffelung zur Gebühren-Rückerstattung im Falle der Klagerücknahme ist es, die Rückerstattung mit dem bereits betriebenen Aufwand des Gerichts in ein angemessenes Verhältnis zu setzen: Je später eine Klage zurückgenommen wird, desto geringer fällt – entsprechend dem vom Gericht bereits betriebenen Arbeitsaufwand – die Rückerstattung aus. Diese Zwecksetzung ist auch Gegenstand von Regel 370.9 (e) EPGVerfO. Danach kann das Gericht in außergewöhnlichen Fällen unter Berücksichtigung insbesondere des Verfahrensstadiums die nach den Buchstaben (b) und (c) zahlbare Rückerstattung verweigern oder kürzen.
Maßgeblich ist im hier zu beurteilenden Verfahren, dass es sich um einen äußerst komplexen Patentverletzungsstreit handelt, den die Parteien auch bis zur Rücknahme der Klage und der Widerklagen sehr intensiv geführt haben und der daher einen außergewöhnlich hohen, weit überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand auf Seiten des Gerichts verursacht hat. Belegt wird dies mit der aus dem CMS ersichtlichen Anzahl von Workflows im Gesamtkomplex (Verletzungsklage, Widerklagen, Änderungsanträge, insbesondere zahlreiche aufwendig zu bearbeitende Vorlage- und Geheimhaltungsanträge).
Daher war die beantragte Rückzahlung von 60% statt 40% jedenfalls nach Regel 370.9 (e) EPGVerfO zurückzuweisen. Es handelt sich um einen in jeder Hinsicht „außergewöhnlichen Fall“ im Sinne dieser Vorschrift. Diese Regelung hätte keinen Anwendungsbereich, wenn nicht der vorliegende Fall von ihr erfasst würde (so auch Lokalkammer Mannheim, Anordnung vom 4. Februar 2025, UPC_CFI_223/2023).
Der Spruchkörper hält es angesichts dessen für gerechtfertigt, die anteilige Rückerstattung der Gerichtsgebühren für die jeweilige Klagepartei auf jeweils 40 Prozent zu beschränken.
II.
Soweit noch Workflows offen sind, werden diese geschlossen.
ANORDNUNG
1. Die Anordnungen des Berichterstatters vom 23.12.2024 und 24.12.2024 werden vom Spruchkörper bestätigt.
2. Noch offene Workflows werden geschlossen.
ANWEISUNGEN AN DIE KANZLEI
An Panasonic sind in beiden Verfahren jeweils 40 Prozent der einbezahlten Gerichtsgebühren für die Verletzungsklagen zurückzuzahlen.
DETAILS DER ANORDNUNG
Order no. ORD_3604/2025 in ACTION NUMBER: ACT_545620/2023
UPC number: UPC_CFI_221/2023
Action type: Infringement Action
Related proceeding no. Application No.: 608/2025
Application Type: APPLICATION_ROP_333
Order no. ORD_3605/2025 in ACTION NUMBER: ACT_545619/2023
UPC number: UPC_CFI_220/2023
Action type: Infringement Action
Related proceeding no. Application No.: 619/2025
Application Type: APPLICATION_ROP_333
Unterzeichnet in München am 25. Februar 2025
Machine Translation
Local Division Munich
UPC_CFI_220/2023
UPC_CFI_221/2023
Procedural order
of the Court of First Instance of the Unified Patent Court
Local Division Munich
issued on 25 February 2025
PLAINTIFF
Panasonic Holdings Corporation
represented by: Christof Augenstein, Jonas Block, Miriam Kiefer (Kather Augenstein).
DEFENDANTS UPC_CFI_220/2023
1) Xiaomi Inc.
2) Beijing Xiaomi Mobile Software Co. Ltd.
3) Xiaomi Technology Germany GmbH
4) Xiaomi Technology France S.A.S
5) Xiaomi Technology Italy S.R.L
6) Xiaomi Technology Netherlands B.V.
7) Xiaomi H.K. Limited
8) Xiaomi Communications Co., Ltd.
9) Odiporo GmbH
10) Shamrock Mobile GmbH
Represented by: Henrik Lehment, Benjamin Schröer, Steffen Steininger (Hogan Lovells)
DEFENDANT UPC_CFI_221/2023
1) Guangdong OPPO Mobile Telecommunications Corp. Ltd.
2) OROPE Germany GmbH
represented by: Tobias J. Hessel (Clifford Chance).
PATENT IN DISPUTE
European Patent No. 3 024 163.
DECISION-MAKING BODY/CHAMBER
Judgment 1 of the Munich Local Chamber.
JUDGES
This order was issued by the presiding judge Dr Matthias Zigann as rapporteur, the legally qualified judges András Kupecz and Tobias Pichlmaier and the technically qualified judge Kerstin Roselinger.
LANGUAGE OF THE PROCEEDINGS
German
SUBJECT MATTER OF THE CASE:
Patent infringement – withdrawal of the claims and counterclaims, here: application for review of the amount of the reimbursement by the Board of Judges – Rule 333 EPGVerfO
FACTS AND CLAIMS
Following an out-of-court settlement at the end of 2024, the parties withdrew both the pending infringement action and the counterclaims and applied for a proportionate refund of the court fees in the amount of 60%.
The chairman of the local chamber acting as rapporteur only awarded the parties a refund of 40% (clause 5 of the orders of 23 December 2024 and 24 December 2024). The orders state:
‘The respective plaintiff or counterclaimant shall receive a proportionate refund of the court fees pursuant to R. 370.9 (b) (ii) VerfO of 40 per cent in each case.’
The reasons given are as follows:
‘The withdrawals were made in the period after the conclusion of the written proceedings and before the conclusion of the interim proceedings. Consequently, a fee reimbursement of 40 per cent pursuant to R. 370.9 (b )(ii) VerfO is justified. There are no grounds for refusing or reducing reimbursements pursuant to R. 370.9 (e) VerfO.’
Panasonic argues that it is not apparent that the parties were informed of the conclusion of the written proceedings until the action was withdrawn.
Panasonic therefore requests in App_608/2025 UPC_CFI_221/2023:
I. that the order of the Court of First Instance of the Unified Patent Court of 23 December 2024, file number UPC_CFI_221/2024 [UPC_CFI_221/2023], No. ORD_67685/2024,
II. that point 5 of the order of 23 December 2024 be amended to the effect that the applicant is granted a proportionate refund of the court fees pursuant to Rule 370(9)(b)(i) of the Rules of Procedure of the Unified Patent Court of 60%.
Panasonic therefore requests in App_619/2025 UPC_CFI_220/2023:
I. that the order of the Court of First Instance of the Unified Patent Court of 24 December 2024, file number UPC_CFI_220/2023, No. 67985/2024, be reviewed,
II. Paragraph 5 of the order of 24 December 2024 is amended to the effect that the applicant is granted a proportionate refund of the court fees in accordance with Rule 370.9(b)(i) of the Rules of Procedure and of the Court of Justice.
Oppo and Xiaomi were heard in accordance with Rule 333.2, sentence 3, EPGVerfO.
Oppo did not raise any objections to the plaintiff's submission.
Xiaomi stated that it did not intend to comment on the infringement proceedings.
REASONS
I.
The panel confirms the orders of the rapporteur.
The question of whether, with regard to the reimbursement of court fees, Rule 370.9 (b) (i) EPGVerfO, or whether it is sufficient that all pleadings have already been exchanged in accordance with Rule 12.1 EPGVerfO and that, in this respect, the written proceedings are de facto concluded (in this sense also Local Chamber Mannheim, order of 4 February 2025, UPC_CFI_223/2023), can ultimately be left open here:
The purpose of the graduated scale for the reimbursement of fees in the event of withdrawal of the action provided for in Rule 370.9(b) EPGVerfO is to ensure that the reimbursement is proportionate to the work already carried out by the court: the later an action is withdrawn, the lower the reimbursement will be, in line with the work already carried out by the court. This purpose is also the subject of Rule 370.9 (e) EPGVerfO. According to this, in exceptional cases, the court may refuse or reduce the reimbursement payable under (b) and (c), taking into account in particular the stage of the proceedings.
The decisive factor in the proceedings to be assessed here is that this is an extremely complex patent infringement dispute, which the parties have also conducted very intensively until the withdrawal of the action and the counterclaims and which has therefore caused an exceptionally high, far above average amount of work on the part of the court. This is evidenced by the number of workflows in the overall complex (infringement action, counterclaims, requests for amendment, in particular numerous complex requests for submission and confidentiality) as shown in the CMS.
Therefore, the requested reimbursement of 60% instead of 40% had to be rejected in any case pursuant to Rule 370.9 (e) EPGVerfO. This is an ‘exceptional case’ in every respect within the meaning of this provision. This provision would not apply if the present case were not covered by it (see also Mannheim Local Chamber, order of 4 February 2025, UPC_CFI_223/2023).
In view of this, the panel considers it justified to limit the proportional reimbursement of court fees for the respective parties to 40 per cent in each case.
II.
Any outstanding workflows will be closed.
ORDER
1. The orders of the rapporteur of 23 December 2024 and 24 December 2024 are confirmed by the panel.
2. Any outstanding workflows will be closed.
INSTRUCTIONS TO THE LAW FIRM
Panasonic shall be reimbursed 40 per cent of the court fees paid for the infringement actions in both proceedings.
DETAILS OF THE ORDER
Order no. ORD_3604/2025 in ACTION NUMBER: ACT_545620/2023
UPC number: UPC_CFI_221/2023
Action type: Infringement Action
Related proceeding no. Application No.: 608/2025
Application Type: APPLICATION_ROP_333
Order no. ORD_3605/2025 in ACTION NUMBER: ACT_545619/2023
UPC number: UPC_CFI_220/2023
Action type: Infringement Action
Related proceeding no. Application No.: 619/2025
Application Type: APPLICATION_ROP_333
Signed in Munich on 25 February 2025
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