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2025-02-12 App_67626_2024

Source: 
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Art. 33 UPCA - Competence of the divisions of the Court of First Instance
R. 19 – Preliminary objection, R. 76 – Actions for declaration of non-infringement within Article 33(6) of the Agreement, Rule 271 – Service of the Statement of claim, Rule 346 – Application of Article 7 of the Statute
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The following text is not a complete transcript of the decision/order:

Lokalkammer München
UPC_CFI_714/2024

Entscheidung
des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts betreffend die Kostenfestsetzung für die erste Instanz
erlassen am 12. Februar 2025

Klägerin
biolitec Holding GmbH & Co. KG, Untere Viaduktgasse 6/9, 1030 Wien, Österreich
vertreten durch: Paul Szynka

Beklagte
1. Light Guide Optics Germany GmbH, Werner-von-Siemens- Str. 39, 53340 Mecken-heim, Deutschland
2. S.I.A. LIGHTGUIDE International, Celtniecības iela 8 - LV-5316 - Līvāni, Līvānu nov. -
LV
vertreten durch: Jörg Schmidt

STREITPATENT
EP 3 685 783

ENTSCHEIDENDER RICHTER
TOBIAS PICHLMAIER, BERICHTERSTATTER

VERFAHRENSSPRACHE
DEUTSCH

Sachverhalt
Die Klägerin ist mit einem Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen vor der Lokal-kammer Düsseldorf gescheitert (LK Düsseldorf, Anordnung v. 05.09.2024, UPC_CFI_486/2024, ACT_47064/2024, ORD_47991/2024); dieses Verfahren ist der-zeit vor dem Berufungsgericht anhängig, die Berufung datiert vom 19. September 2024 (UPC_CoA_540/2024, APL_52692/2024).
Am 20. November 2024 hat die Klägerin Verletzungsklage bei der Lokalkammer Mün-chen eingereicht. Gegenstand der Verletzungsklage ist ebenfalls das Klagepatent; auch die angegriffene Ausführungsform und die Beklagten sind identisch.
Die Beklagten machen mit dem Einspruch geltend, dass die Klage nach Art. 33 Abs. 2 EPGÜ unzulässig sei. Für die Verletzungsklage zuständig sei nicht die Lokalkammer München, sondern die Lokalkammer Düsseldorf.
Auch die Zustellung sei unwirksam, da keine Empfangsvollmacht nach Regel 271 Abs. 1 lit. c) VerfO vorgelegen habe. Die Bestellung als Vertreter im Verfahren über den Erlass einstweiliger Maßnahmen stelle keine allgemeinen Empfangsvollmacht dar. Die Empfangsvollmacht beschränke sich vielmehr auf das Verfahren auf Erlass einstweili-ger Maßnahmen.

Die Beklagten haben b e a n t r a g t,
die Klage kostenpflichtig abzuweisen.
Vorsorglich haben sie beantragt,
festzustellen, dass die Klage am 2. Dezember 2024 zugestellt worden ist.

Die Klägerin hat b e a n t r a g t,
I. den Einspruch der Beklagten zurückzuweisen.
II. hilfsweise: Das Verfahren an die Lokalkammer Düsseldorf zu verweisen.
III. den Antrag, festzustellen, dass die Klage am 02.12.2024 zugestellt wurde, zurückzuweisen.
Die Klägerin trägt vor, zum Zeitpunkt der Klageerhebung sei keine Klage i.S.d. Art. 33 Abs. 2 UA 1 EPGÜ vor einer anderen Kammer des Gerichts erster Instanz anhängig gewesen.
Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstands wird auf die Schriftsätze der Parteien Bezug genommen.
Gründe
I. Zuständigkeit der Lokalkammer München
Die Lokalkammer München ist für die streitgegenständliche Verletzungsklage zuständig. Der Einspruch war daher zurückzuweisen.
Nach Art. 33 Abs. 2 EPGÜ darf zwischen denselben Parteien zum selben Patent keine Klage im Sinne des Artikels 32 Absatz 1 Buchstaben a), c), f), g) oder h) bei einer anderen Kammer erhoben werden, wenn eine Klage im Sinne des Arti-kels 32 Absatz 1 Buchstaben a), c), f), g) oder h) vor einer Kammer des Gerichts erster Instanz anhängig ist.
Die Klägerin hat am 20. November 2024 bei der Lokalkammer München eine Verletzungsklage erhoben. Zu diesem Zeitpunkt war zwischen denselben Par-teien zum selben Patent keine Klage im Sinne des Artikels 32 Absatz 1 Buchsta-ben a), c), f), g) oder h) bei einer anderen Kammer anhängig. Der Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen vom 14. August 2024 betraf zwar ebenfalls das Streitpatent und dieselben Parteien wie die am 20. November 2024 bei der Lo-kalkammer München erhobenen Verletzungsklage. Im Zeitpunkt der Erhebung der Verletzungsklage war dieser Antrag allerdings bereits beim Berufungsgericht anhängig.
Nach dem EPGÜ und der Verfahrensordnung können Klagen zeitgleich – also parallel – bei mehreren Kammern des Gerichts erster Instanz anhängig sein (Re-gel 76.2 EPGVerfO). Im Hinblick auf den Instanzenzug ist eine Rechtssache aber entweder beim Gericht erster Instanz oder beim Berufungsgericht anhängig, wie etwa Regel 346.1 EPGVerfO zeigt. Die Rechtssache kann also nicht gleichzeitig in erster Instanz und in der Berufungsinstanz anhängig sein.
Nicht „bei einer Kammer des Gerichts erster Instanz anhängig“ ist eine Rechtssache folglich dann, wenn sie in der Berufungsinstanz anhängig ist. In der Beru-fungsinstanz anhängig ist sie, wenn dort die Berufung eingereicht wurde.
Die Klage auf Erlass einstweiliger Maßnahmen (UPC_CFI_486/2024, ACT_47064/2024) war am 19. September 2024 bereits beim Berufungsgericht anhängig. Folglich war am 20. November 2024, dem Tag der Erhebung der hie-sigen Verletzungsklage, zwischen denselben Parteien zum selben Patent keine Klage vor einer anderen Kammer des Gerichts erster Instanz anhängig.
Sinn der Regelung des Art. 33 Abs. 2 EPGÜ ist es, dass nicht zwei verschiedene Lokalkammern gleichzeitig mit derselben Sache befasst sind. Da allerdings die Lokalkammer Düsseldorf seit dem 19. September 2024 nicht mehr mit der Klage auf Erlass einstweiliger Maßnahmen befasst war, stand einer Befassung der Lo-kalkammer München mit der am 20. November 2024 eingereichten Verletzungsklage nichts entgegen.

II. Zustelldatum
Es wird festgestellt, dass die Klage am 2. Dezember 2024 zugestellt wurde. Eine Empfangsvollmacht für die hiesige Verletzungsklage lag im Zeitpunkt der elektronischen Einreichung nicht vor. Die Beklagten sind aber bereit, die Zustellung am Tag des tatsächlichen Zugriffs auf das CMS am 2. Dezember 2024 gegen sich gelten zu lassen.

Entscheidung
1. Der Einspruch wird zurückgewiesen.
2. Es wird festgestellt, dass die Klage am 2. Dezember 2024 zugestellt wurde.

INFORMATIONEN ZUR BERUFUNG
Gegen eine Entscheidung des Berichterstatters, den Einspruch zurückzuweisen, kann nur gemäß Regel 220.2 Berufung eingelegt werden.

München, den 12. Februar 2025



Machine Translation

Munich Local Chamber
UPC_CFI_714/2024

Decision
of the Court of First Instance of the Unified Patent Court on the costs of the first instance
delivered on February 12, 2025

Plaintiff
biolitec Holding GmbH & Co. KG, Untere Viaduktgasse 6/9, 1030 Vienna, Austria
represented by: Paul Szynka


Defendant
1. Light Guide Optics Germany GmbH, Werner-von-Siemens- Str. 39, 53340 Meckenheim, Germany
2. S.I.A. LIGHTGUIDE International, Celtniecības iela 8 - LV-5316 - Līvāni, Līvānu nov. -
LV
represented by: Jörg Schmidt

PATENT IN DISPUTE
EP 3 685 783

DECIDING JUDGE
TOBIAS PICHLMAIER, RAPPORTEUR

LANGUAGE OF THE PROCEEDINGS
GERMAN

Facts
The plaintiff's application for interim measures before the Local Chamber of Düsseldorf was unsuccessful (LK Düsseldorf, order of 05.09.2024, UPC_CFI_486/2024, ACT_47064/2024, ORD_47991/2024); these proceedings are currently pending before the Court of Appeal, the appeal being dated September 19, 2024 (UPC_CoA_540/2024, APL_52692/2024).

On November 20, 2024, the plaintiff filed an infringement action with the Munich Local Chamber. The subject matter of the infringement action is also the patent in suit; the contested embodiment and the defendants are also identical.
The defendants assert in their opposition that the action is inadmissible under Art. 33(2) EPGÜ. The Munich Local Chamber is not competent to hear the infringement action; the Düsseldorf Local Chamber is competent.
The service is also invalid because no power of attorney was provided in accordance with Rule 271(1)(c) of the Rules of Procedure. The appointment as representative in the proceedings for interim measures does not constitute a general power of attorney. Rather, the power of attorney was limited to the proceedings for the adoption of provisional measures.

The defendants requested that
the action be dismissed with costs.
As a precautionary measure, they requested that
it be declared that the action was served on December 2, 2024.

The plaintiff requested that
I. the defendants' objection be dismissed.
II. alternatively: that the proceedings be referred to the Local Chamber in Düsseldorf.
III. that the request to declare that the action was served on December 2, 2024, be dismissed.

The plaintiff argues that at the time the action was brought, no action within the meaning of Art. 33(2) UA 1 EPGÜ was pending before another chamber of the court of first instance.
For further details of the facts and the dispute, reference is made to the written submissions of the parties.

Reasons
I. Jurisdiction of the Munich Local Chamber
The Munich Local Chamber has jurisdiction over the infringement action in dispute. The objection was therefore to be dismissed.
Pursuant to Article 33(2) EPGÜ, no action within the meaning of Article 32(1)(a), (c), f), (g) or (h) may be brought before another chamber if an action within the meaning of Article 32(1)(a), (c), (f), (g) or (h) is pending before a chamber of the court of first instance.

On November 20, 2024, the plaintiff filed an infringement action with the Munich Local Chamber. At that time, no action within the meaning of Article 32(1)(a), (c), (f), (g) or (h) was pending before another chamber between the same parties in respect of the same patent. The application for interim measures of August 14, 2024, also concerned the patent in dispute and the same parties as the infringement action brought before the Munich Local Chamber on November 20, 2024. However, at the time the infringement action was brought, this application was already pending before the Court of Appeal.

Under the EPGÜ and the Rules of Procedure, actions may be pending simultaneously – i.e. in parallel – before several chambers of the court of first instance (Rule 76.2 EPGVerfO). However, with regard to the instance, a case is pending either before the court of first instance or before the court of appeal, as shown, for example, in Rule 346.1 EPGVerfO. The case cannot therefore be pending simultaneously in the first instance and in the appeal instance.
A case is therefore not “pending before a chamber of the court of first instance” if it is pending in the appeal instance. It is pending in the appeal instance if the appeal has been lodged there.

The action for interim measures (UPC_CFI_486/2024, ACT_47064/2024) was already pending before the court of appeal on September 19, 2024. Consequently, on November 20, 2024, the date on which the present infringement action was brought, no action was pending before another chamber of the court of first instance between the same parties in respect of the same patent.
The purpose of the provision in Article 33(2) EPGÜ is to ensure that two different local chambers are not seized of the same case at the same time. However, since the Local Chamber in Düsseldorf had not been dealing with the action for interim measures since September 19, 2024, there was nothing to prevent the Local Chamber in Munich from dealing with the infringement action filed on November 20, 2024.

II. Date of service

It is hereby determined that the action was served on December 2, 2024. At the time of electronic filing, there was no power of attorney for the present infringement action. However, the defendants are prepared to accept service on the date of actual access to the CMS on December 2, 2024.

Decision
1. The objection is rejected.
2. It is hereby determined that the action was served on December 2, 2024.

INFORMATION ON APPEAL
An appeal against the decision of the reporting judge to reject the objection may only be lodged in accordance with Rule 220.2.

Munich, February 12, 2025

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