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2024-09-17 App_52033_2024
Source:
Party-appointed expert, witness, request after conclusion of interim conference
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R. 29 – Lodging of Defence to the Counterclaim for revocation; Reply to the Statement of defence and Rejoinder to the Reply, Rule 110 – Closure of the interim procedure, Rule 114 – Adjournment where the Court considers that further evidence is required, Rule 181 – Experts of the parties
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The following text is not a complete transcript of the decision/order:
Lokalkammer Mannheim
UPC_CFI_ 210/2023
Anordnung
des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts
Lokalkammer Mannheim
erlassen am 17. September 2024
betreffend EP 2 568 724
App_52033/2024
Klägerin:
Panasonic Holdings Corporation - 1006, Oaza Kadoma, Kadoma-shi - 571-8501 - Osaka - JP vertreten durch Christopher Weber
Beklagte:
1)
OROPE Germany GmbH - Graf-Adolf-Platz 15 - 40213 - Düsseldorf - DE
vertreten durch Andreas Kramer
2)
Guangdong OPPO Mobile Telecommunications Corp. Ltd. - NO.18 Haibin Road, Wusha, Chang'an Town, Guangdong Province - 523860 - Dongguan – CN
vertreten durch Andreas Kramer
STREITPATENT:
EUROPÄISCHES PATENT NR. EP 2 568 724
SPRUCHKÖRPER/KAMMER:
Lokalkammer Mannheim
MITWIRKENDE RICHTER:
Diese Anordnung wurde durch den Vorsitzenden und Berichterstatter Prof. Dr. Tochtermann erlassen.
VERFAHRENSSPRACHE: Deutsch/Englisch
GEGENSTAND: Antrag auf Zeugenvernehmung
Sachverhalt
Die Klägerin beantragt nach Abschluss des Zwischenverfahrens mit am Abend desselben Tages eingereichtem Schriftsatz, ihren Parteisachverständigen persönlich als Zeugen in der angesetzten mündlichen Verhandlung zu vernehmen, weil die Frist für die Analyse des schriftlichen Parteigutachtens der Gegenseite in der kurzen Duplikfrist betreffend die Widerklage FRAND nicht auskömmlich gewesen sei, um das von den Beklagten nur unzureichend im Hauptschriftsatz aufbereitete Parteigutachten zu adressieren. Die Vernehmung des eigenen Parteigutachters als Zeuge sei geboten, um die methodischen Fehler des Parteisachverständigen des Gegners aufzuzeigen und die prozessuale Waffengleichheit herzustellen – denn die Beklagten hätten insgesamt fünf Monate Zeit gehabt, sich mit dem Vortrag der Klägerin zur FRAND Widerklage zu befassen, der Parteigutachter der Beklagten zweieinhalb Monate. Hingegen habe die Klägerin nur vom 19.8.2024 bis 16.9.2024 Zeit für die DUPLIK zur FRAND-Widerklage gehabt.
Entscheidungsgründe
Der Antrag war aus mehreren Gründen zurückzuweisen.
Zunächst ist der Antrag nach Abschluss des Zwischenverfahrens gestellt. Den Parteien ist durch Anordnung vom 16. September 2024 allein die Möglichkeit eingeräumt worden, zu organisatorischen Aspekten der Verhandlung Angaben zu teilnehmenden Personen und in der Sitzung verwendeten Unterlagen zu machen. Der formelle Abschluss des Zwischenverfahrens nach Regel 110 VerfO dokumentiert, dass das Verfahren aus Sicht des Berichterstatters hinreichend für die Verhandlung vorbereitet ist. Die Fristen für die wechselseitigen Schriftsätze sind gesetzlich festgelegt und im Einzelfall nach Anhörung richterlich verlängert worden. Für den Fall der vorliegend thematisierten FRAND-Widerklage wurde die Frist in Ermangelung einer expliziten Vorschrift in der Verfahrensordnung richterlich in Abwägung der Interessen aller Beteiligten, auch derjenigen des Spruchkörpers, der sich nach Abschluss des Zwischenverfahrens auf die Verhandlung vorbereiten muss, festgesetzt. Aus diesem Grund ist für eine Zulassung weiterer Schriftsätze und Anträge nach Abschluss des Zwischenverfahrens nur unter besonderen Umständen Raum, die hier nicht ersichtlich sind. Die für die Duplik zur FRAND-Widerklage gesetzte Frist entspricht nahezu der Frist nach Regel 29 (c) VerfO. Die Klägerin will erst nach Analyse des Gutachtens festgestellt haben, dass die verlängerte Frist nicht auskömmlich war, die sie im Einvernehmen mit dem Gegner antragsgemäß verlängert
bekommen hatte. Ein weiterer Fristverlängerungsantrag ist nicht gestellt worden. Der vorliegende Antrag zielt nun darauf ab, den binnen gesetzter Frist nicht geleisteten Vortrag zur Methodik des Gegengutachtens im Wege einer „Zeugeneinvernahme“ des eigenen Parteigutachters durch Antrag nach Abschluss des Zwischenverfahrens zum Gegenstand der mündlichen Verhandlung zu machen. Dies ist im Verfahren vor dem EPG nicht vorgesehen.
Überdies verkennt der Antrag, dass nach dem eigenen Vorbringen die benannte Person nicht als Zeuge vernommen soll. Zeugen machen Angaben zu Tatsachen, die umstritten und entscheidungserheblich sind. Zur eigenen Wahrnehmungen von Tatsachen soll der „Zeuge“ indes nach dem Antrag nicht befragt werden. Er soll vielmehr seine sachverständige Auffassung darlegen, weshalb die gutachterlichen Ausführungen der Gegenseite methodisch verfehlt seien. Dies ist keine Tatsache im Rechtssinne. Für eine Vernehmung des Parteisachverständigen nach Regel 181 VerfO besteht gegenwärtig gleichfalls keine Veranlassung.
Soweit die Klägerin überdies beanstandet, dass der Vortrag der Beklagten im Hauptschriftsatz selbst unzureichend für das Verständnis des als Anlage unterbreiteten Privatgutachtens sei, so wird sich der Spruchkörper in der Verhandlung erforderlichenfalls mit der Frage befassen, inwieweit - so zutreffend – nicht im Hauptschriftsatz hinreichend geleisteter Vortrag, der sich erst durch Eigenstudium einer Anlage in ihren Einzelheiten erschließen lässt, berücksichtigungsfähig ist. Ist der Vortrag nicht berücksichtigungsfähig, erübrigt sich eine Anhörung des Parteisachverständigen ohnedies.
Sollte es auf den Vortrag, so zulässig gehalten, ankommen und das Gericht eine Einvernahme des Parteisachverständigen für erforderlich erachten, wird dies im Rahmen einer Entscheidung nach Regel 114 VerfO einzustellen sein.
Tenor der Anordnung:
Der Antrag der Klägerin, den im Schriftsatz vom 16. September 2024 benannten Parteigutachter der Klägerin in der mündlichen Verhandlung, die am 7.10, 8.10. und am 10.10.2024 stattfindet, als Zeugen zu vernehmen, wird zurückgewiesen.
Erlassen in Mannheim am 17. September 2024
Machine Translation
Local Division Mannheim
UPC_CFI_ 210/2023
Order
of the Court of First Instance of the Unified Patent Court
Local Division Mannheim
delivered on 17 September 2024
concerning EP 2 568 724
App_52033/2024
Plaintiff:
Panasonic Holdings Corporation - 1006, Oaza Kadoma, Kadoma-shi - 571-8501 - Osaka - JP represented by Christopher Weber
Defendants:
1)
OROPE Germany GmbH - Graf-Adolf-Platz 15 - 40213 - Düsseldorf - DE
represented by Andreas Kramer
2)
Guangdong OPPO Mobile Telecommunications Corp. Ltd. - NO.18 Haibin Road, Wusha, Chang'an Town, Guangdong Province - 523860 - Dongguan – CN
represented by Andreas Kramer
PATENT IN DISPUTE:
EUROPEAN PATENT NO. EP 2 568 724
DECISION-MAKING BODY/CHAMBER:
Local Division Mannheim
PURPOSE-MADE JUDGES:
This order was issued by the presiding judge and rapporteur Prof. Dr. Tochtermann.
LANGUAGE OF THE PROCEEDINGS: German/English
SUBJECT: Request for examination of witnesses
Facts
Following the conclusion of the interim proceedings, the plaintiff filed a written statement on the evening of the same day requesting that its party-appointed expert be heard in person as a witness at the scheduled oral hearing, because the time allowed for analysing the written expert opinion of the opposing party in the short reply period concerning the FRAND counterclaim was not sufficient to address the expert opinion, which was inadequately prepared by the defendants in their main statement of defence. The examination of its own party expert as a witness was necessary in order to point out the methodological errors of the opposing party's expert and to establish procedural equality – because the defendants had had a total of five months to deal with the plaintiff's submission on the FRAND counterclaim, while the defendants' party expert had had two and a half months. In contrast, the plaintiff only had from 19 August 2024 to 16 September 2024 to file its rejoinder to the FRAND counterclaim.
Reasons for the decision
The request was rejected for several reasons.
Firstly, the request was filed after the conclusion of the interim proceedings. By order of 16 September 2024, the parties were granted the sole opportunity to provide information on organisational aspects of the hearing, such as the persons participating and the documents to be used in the hearing. The formal conclusion of the interim proceedings pursuant to Rule 110 RoP documents that, in the opinion of the rapporteur, the proceedings are sufficiently prepared for the hearing. The time limits for the exchange of written pleadings are laid down by law and have been extended by the court in individual cases after a hearing. In the case of the FRAND counterclaim at issue here, in the absence of an explicit provision in the Rules of Procedure, the time limit was set by the court, taking into account the interests of all parties involved, including those of the panel, which must prepare for the hearing after the conclusion of the interim proceedings. For this reason, further pleadings and requests may only be admitted after the conclusion of the interim proceedings in exceptional circumstances, which are not apparent here. The time limit set for the rejoinder to the FRAND counterclaim is almost identical to the time limit under Rule 29(c) RoP. The plaintiff claims that it only realised after analysing the expert opinion that the extended time limit, which it had granted in agreement with the opponent as requested
. No further request for an extension of time has been made. The present request now aims to make the submission on the methodology of the counter-opinion, which was not made within the time limit set, the subject of the oral hearing by way of a ‘witness examination’ of the plaintiff's own expert witness by means of a request after the conclusion of the interim proceedings. This is not provided for in the proceedings before the EPG.
Furthermore, the request fails to recognise that, according to its own submission, the named person is not to be heard as a witness. Witnesses provide information on facts that are disputed and relevant to the decision. According to the request, however, the ‘witness’ is not to be questioned about his own perceptions of facts. Rather, he is to present his expert opinion as to why the expert statements of the opposing party are methodologically flawed. This is not a fact in the legal sense. There is currently no reason to hear the party-appointed expert under Rule 181 RoP.
Insofar as the plaintiff also objects that the defendant's submission in the main statement is insufficient for understanding the private expert opinion submitted as an annex, the court will, if necessary, deal with the question of the extent to which – if correct – submissions that were not sufficiently made in the main statement of case and can only be understood in detail through personal study of an annex can be taken into account. If the submission cannot be taken into account, there is no need to hear the party-appointed expert anyway.
Should the submission, if deemed admissible, be relevant and the court deem it necessary to hear the party-appointed expert, this will be decided in accordance with Rule 114 RoP.
Tenor of the order:
The plaintiff's request to hear the plaintiff's party expert named in the written statement of 16 September 2024 as a witness in the oral hearing to be held on 7 October, 8 October and 10 October 2024 is rejected.
Issued in Mannheim on 17 September 2024
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