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2025-04-01 App_15315_2025
Source:
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Rule 206 – Application for provisional measures, Rule 265 – Withdrawal, Rule 370 – Court fees
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The following text is not a complete transcript of the decision/order:
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Entscheidung des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts, Lokalkammer München
erlassen am 1. April 2025
ANTRAGSTELLERIN
MANN+HUMMEL GmbH, Schwieberdinger Str. 12, 71636 Ludwigsburg, Deutschland,
vertreten durch: Rechtsanwalt Schmid-Dreyer, Horn Kleimann Waitzhofer Schmid-Dreyer Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB, Theresienhöhe 12, 80339 München, Deutschland.
ANTRAGSGEGNERIN
SOTRAS - S.R.L., Via Donatello 13, 10071 Borgaro Torinese (TO), Italien,
vertreten durch: Rechtsanwalt Schmidt, Wildanger Kehrwald Graf v. Schwerin & Partner mbB Rechtsanwälte, Couvenstranße 8, 40211 Düsseldorf, Deutschland.
STREITPATENT
Europäisches Patent EP 2 762 219
SPRUCHKÖRPER/KAMMER
Spruchkörper 2 der Lokalkammer München
MITWIRKENDE RICHTERIN
Diese Entscheidung wird durch die Vorsitzende Richterin Ulrike Voß (Berichterstatterin), den rechtlich qualifizierten Richter Dr. Daniel Voß und die rechtlich qualifizierte Richterin Mojca Mlakar erlassen.
VERFAHRENSSPRACHE
Deutsch
Lokalkammer München
UPC_CFI_614/2024
2
GEGENSTAND
Rücknahme Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen gem. R 265 VerfO / Rückerstattung von Gerichtsgebühren gem. R 370.9 VerfO
KURZE DARSTELLUNG DES SACHVERHALTS
Die Antragstellerin hat mit Antrag vom 23.10.2024 den Erlass einstweiliger Maßnahmen wegen behaupteter Verletzung des Europäischen Patents EP 2 762 219 beantragt. Die Antragsgegnerin ist dem Antrag mit Einspruch vom 19.12.2024 entgegengetreten.
Mit Schriftsatz vom 28.03.2025 hat die Antragstellerin erklärt, dass die Parteien einen außergerichtlichen Vergleich geschlossen haben. In diesem habe sich die Antragstellerin verpflichtet, ihren Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen zurückzunehmen, und die Antragsgegnerin habe sich verpflichtet, der Rücknahme zuzustimmen. Die Parteien hätten sich überdies verpflichtet, keine Anträge auf Kostenfestsetzung durch das Gericht zu stellen.
Mit Schriftsatz vom 31.03.2025 hat die Antragsgegnerin die Zustimmung zur Klagerücknahme erklärt, den Vergleich der Parteien bestätigt und ausgeführt, eine Kostenentscheidung sei nicht veranlasst, da die Parteien übereingekommen seien, keine Anträge auf Kostenfestsetzung zu stellen.
ANTRÄGE
Die Antragstellerin beantragt,
1. den Antrag auf Anordnung einstweiliger Maßnahmen zurückzunehmen;
2. Gerichtsgebühren i. H. v. 6.600,00 € an die Antragstellerin zu erstatten.
Die Antragsgegnerin beantragt,
1. das Verfahren für beendet zu erklären,
2. anzuordnen, dass die Entscheidung in das Register aufgenommen wird.
GRÜNDE
I.
Gemäß Regel 265.1 Satz 1 VerfO kann ein Kläger, solange noch keine Entscheidung über die Klage ergangen ist, die Rücknahme seiner Klage beantragen. Der Rücknahmeantrag wird nach Satz 3 nicht zugelassen, wenn die andere Partei ein berechtigtes Interesse daran hat, dass das Gericht über die Klage entscheidet.
Ausgehend hiervon ist die Rücknahme des Antrags auf Erlass einstweiliger Maßnahmen zuzulassen. Klage im Sinne der Regel 265.1 VerfO ist auch ein Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen (LK München, Entscheidung v. 13.01.2025, UPC_CFI_755/2024 – Avago/Realtek). Die Antragsrücknahme ist vor dem Erlass einer (End-)Entscheidung beantragt worden. Berechtigte Interessen der Antragsgegnerin im Sinne der Regel 265.1 S. 3 VerfO sind weder ersichtlich noch von der Antragsgegnerin vorgetragen.
3
II.
Folge der Zulassung der Klage- bzw. Antragsrücknahme ist nach Regel 265.2 (a) und (b) VerfO die Beendigung des Verfahrens sowie die Aufnahme der Entscheidung in das Register.
Nach Regel 265.2 (c) VerfO hat das Gericht zudem bei Zulassung der Rücknahme eine Kostentscheidung gemäß Teil 1 Kapitel 5 zu treffen. Für diese Entscheidung bedarf es keines Antrags der Parteien; sie ist auch ohne einen solchen zu erlassen. Äußern die Parteien, keine Entscheidung über die Kosten der Parteien zu beantragen, kann dies allerdings im Rahmen der zu treffenden Kostenentscheidung berücksichtigt werden. Diese Äußerung ist regelmäßig dahingehend zu verstehen, dass zwischen den Parteien im gerichtlichen Verfahren keine Kostenerstattung stattfinden und jede Partei ihre eigenen Kosten tragen soll (LK München, Entscheidung v. 07.01.2025, UPC_CFI_208/2024 – Avago/Tesla; LK München, Entscheidung v. 10.01.2025, UPC_CFI_396/2024 – DexCom/Abbott; LK Düsseldorf, Entscheidung v. 10.01.2025, UPC_CFI_459/2024, UPC_CFI_657/2024 – Valeo Electrification/Magna).
III.
Regel 370 Abs. 9 (b) VerfO bestimmt, dass im Falle der Rücknahme einer Klage [Regel 265], die zur Zahlung der Gerichtsgebühren verpflichtete Partei eine Rückerstattung erhalten kann. Maßgeblich für die Höhe der Rückerstattung ist entsprechend den Buchstaben (i) – (iii) der Zeitpunkt der Rücknahme. Wird die Klage vor Abschluss des schriftlichen Verfahrens zurückgenommen, kann gemäß Buchstabe (i) eine Rückerstattung in Höhe von 60 % der Gerichtsgebühren erfolgen. Für die Rückerstattung bedarf es nach Regel 370 Abs. 11 VerfO eines Antrags.
Basierend hierauf sind der Antragstellerin antragsgemäß 60 % der bezahlten Gerichtsgebühren, mithin 6.600,00 € zu erstatten. Regel 370 Abs. 9 (b) (i) VerfO findet auf die Gebührenerstattung infolge einer Rücknahme eines Antrags auf Erlass einstweiliger Maßnahmen analoge Anwendung (LK München, Anordnung v. 15.11.2024, UPC_CFI_515/2024 – Philips/Shenzen Yunding; LK Düsseldorf, Anordnung v. 03.07.2024, UPC_CFI_133/2024). Die Rücknahme des Antrages erfolgte vorliegend vor Abschluss des schriftlichen Verfahrens.
ANORDNUNG
1. Die Rücknahme des Antrags auf Erlass einstweiliger Maßnahmen wird zugelassen.
2. Das Verfahren wird für beendet erklärt.
3. Diese Entscheidung ist in das Register aufzunehmen.
4. Eine hier anzuordnende Kostenerstattung findet zwischen den Parteien nicht statt.
5. Der Antragstellerin sind 60 % der von ihr in diesem Gerichtsverfahren gezahlten Gerichtsgebühren und damit ein Betrag von 6.600,00 € zu erstatten.
6. Der Streitwert wird auf 500.000,00 € festgesetzt.
4
ANWEISUNG AN DIE KANZLEI
Der Kanzler wird angewiesen, die Zahlung von 6.600,00 € an die Antragstellerin so bald wie möglich vorzunehmen, Regel 370 Abs. 11, S. 2 VerfO.
ANGABEN ZUR ANORDNUNG
Anordnung Nr. ORD_15600/2025 im VERFAHREN NUMMER: 57675/2024
UPC Nummer: UPC_CFI_614/2024
Nr. des dazugehörigen Verfahrensantrags: App_15315/2025
Art des Antrags: Antrag auf einstweilige Maßnahmen (Regel 206 VerfO)
Ulrike Voß
Vorsitzende Richterin
Dr. Daniel Voß
Rechtlich qualifizierter Richter
Mojca Mlakar
Rechtlich qualifizierte Richterin
Für den Hilfskanzler
Ulrike VoßDigital unterschrieben
von Ulrike Voß
Datum: 2025.04.01
12:20:02 +02'00'
Daniel Voß
Digital unterschrieben
von Daniel Voß
Datum: 2025.04.02
09:05:53 +02'00'
MOJCA
MLAKAR
Digitalno podpisal MOJCA
MLAKAR
Datum: 2025.04.02 14:38:41
+02'00'
Anja
Mittermeier
Digital unterschrieben
von Anja Mittermeier
Datum: 2025.04.02
14:57:45 +02'00'
Machine translation:
Decision of the Court of First Instance of the Unified Patent Court, Local Division Munich
delivered on 1 April 2025
APPLICANT
MANN+HUMMEL GmbH, Schwieberdinger Str. 12, 71636 Ludwigsburg, Germany,
represented by: Schmid-Dreyer, Horn Kleimann Waitzhofer Schmid-Dreyer Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB, Theresienhöhe 12, 80339 Munich, Germany.
OPPOSING PARTY
SOTRAS - S.R.L., Via Donatello 13, 10071 Borgaro Torinese (TO), Italy,
represented by: Schmidt, Wildanger Kehrwald Graf v. Schwerin & Partner mbB Rechtsanwälte, Couvenstranße 8, 40211 Düsseldorf, Germany.
PATENT IN CONTENTION
European Patent EP 2 762 219
DECISION-MAKING BODY/CHAMBER
Decision-making body 2 of the Munich Local Chamber
PURPOSE OF THIS DECISION
This decision is issued by Presiding Judge Ulrike Voß (rapporteur), legally qualified judge Dr. Daniel Voß and legally qualified judge Mojca Mlakar.
LANGUAGE OF THE PROCEEDINGS
German
Local Chamber Munich
UPC_CFI_614/2024
2
SUBJECT
Withdrawal of application for interim measures pursuant to R 265 VerfO / Reimbursement of court fees pursuant to R 370.9 VerfO
BRIEF STATEMENT OF THE FACTS
In its application dated 23 October 2024, the applicant requested the issuance of interim measures due to alleged infringement of European patent EP 2 762 219. The respondent opposed the application with an objection dated 19 December 2024.
In a written submission dated 28 March 2025, the applicant declared that the parties had reached an out-of-court settlement. In this settlement, the applicant undertook to withdraw its application for interim measures and the respondent undertook to agree to the withdrawal. The parties also undertook not to apply to the court for a decision on costs.
In a written statement dated 31 March 2025, the respondent declared its consent to the withdrawal of the action, confirmed the settlement between the parties and stated that no decision on costs was necessary as the parties had agreed not to submit any applications for the assessment of costs.
PLAINTIFF'S
The plaintiff requests
1. that the application for interim measures be withdrawn;
2. that court fees in the amount of €6,600.00 be reimbursed to the applicant.
The respondent requests that
1. the proceedings be declared terminated,
2. that the decision be entered in the register.
REASONS
I.
Pursuant to Rule 265.1, sentence 1 VerfO, a plaintiff may request the withdrawal of its action as long as no decision has been made on the action. Pursuant to sentence 3, the request for withdrawal is not permitted if the other party has a legitimate interest in the court deciding on the action.
On this basis, the withdrawal of the application for interim measures must be permitted. An action within the meaning of Rule 265.1 VerfO also includes an application for interim measures (Munich Regional Court, decision of 13 January 2025, UPC_CFI_755/2024 – Avago/Realtek). The withdrawal of the application was requested before a (final) decision was issued. No legitimate interests of the respondent within the meaning of Rule 265.1 sentence 3 VerfO are apparent or have been put forward by the respondent.
3
II.
Pursuant to Rule 265.2 (a) and (b) VerfO, the consequence of admitting the withdrawal of the action or application is that the proceedings are terminated and the decision is entered in the register.
According to Rule 265.2 (c) VerfO, the court must also make a decision on costs in accordance with Part 1, Chapter 5 when admitting the withdrawal. No application by the parties is required for this decision; it must be made even without such an application. However, if the parties indicate that they do not wish to apply for a decision on the costs of the parties, this may be taken into account in the decision on costs to be made. This statement is to be understood as meaning that there shall be no reimbursement of costs between the parties in the court proceedings and that each party shall bear its own costs (Munich Regional Court, decision of 7 January 2025, UPC_CFI_208/2024 – Avago/Tesla; Munich Regional Court, decision of 10 January 2025, UPC_CFI_396/2024 – DexCom/Abbott; LK Düsseldorf, decision of 10 January 2025, UPC_CFI_459/2024, UPC_CFI_657/2024 – Valeo Electrification/Magna).
III.
Rule 370(9)(b) of the Rules of Procedure provides that, in the event of withdrawal of an action [Rule 265], the party that was required to pay the court fees may be entitled to a refund. The amount of the refund is determined in accordance with subparagraphs (i) to (iii) based on the date of withdrawal. If the action is withdrawn before the conclusion of the written proceedings, a refund of 60% of the court fees may be made in accordance with subparagraph (i). Pursuant to Rule 370(11) VerfO, a request must be made for the refund.
On this basis, 60% of the court fees paid, i.e. €6,600.00, are to be refunded to the applicant in accordance with the application. Rule 370(9)(b)(i) VerfO applies mutatis mutandis to the refund of fees following the withdrawal of an application for interim measures (Munich Regional Court, order of 15 November 2024, UPC_CFI_515/2024 – Philips/Shenzen Yunding; LK Düsseldorf, order of 3 July 2024, UPC_CFI_133/2024). In the present case, the application was withdrawn before the conclusion of the written proceedings.
ORDER
1. The withdrawal of the application for interim measures is granted.
2. The proceedings are declared closed.
3. This decision shall be entered in the register.
4. No reimbursement of costs shall be ordered between the parties.
5. The applicant shall be reimbursed 60% of the court fees paid by it in these proceedings, amounting to €6,600.00.
6. The value in dispute is set at €500,000.00.
4
INSTRUCTIONS TO THE LAW FIRM
The Registrar is instructed to pay €6,600.00 to the applicant as soon as possible, Rule 370(11), sentence 2 of the Rules of Procedure.
INFORMATION ON THE ORDER
Order No. ORD_15600/2025 in PROCEEDINGS NUMBER: 57675/2024
UPC number: UPC_CFI_614/2024
No. of the corresponding procedural application: App_15315/2025
Type of application: Application for interim measures (Rule 206 VerfO)
Ulrike Voß
Presiding Judge
Dr. Daniel Voß
Legally qualified judge
Mojca Mlakar
Legally qualified judge
For the Assistant Registrar
Ulrike Voß Digitally signed
by Ulrike Voß
Date: 01.04.2025
12:20:02 +02'00‘
Daniel Voß
Digitally signed
by Daniel Voß
Date: 02.04.2025
09:05:53 +02'00’
MOJCA
MLAKAR
Digitally signed by MOJCA
MLAKAR
Date: 02.04.2025 14:38:41
+02'00'
Anja
Mittermeier
Digitally signed
by Anja Mittermeier
Date: 02.04.2025
14:57:45
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