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2023-10-06 ACT_578681_2023
Source:
Anti-Suit-Injunction (ASI), Anti-Enforcement-Injunction (AEI), Anti-Anti-Suit-Injuction (AASI), Anti-Anti-Enforcement-Injunction (AAEI)
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The following text is not a complete transcript of the decision/order:
Lokalkammer München
vorläufige Anordnung des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts
in dem Verfahren auf Erlass einstweiliger Maßnahmen
betreffend die EP 4 108 782 und EP 2 794 928
Verfahrensnummer UPC CFI 357/2023
erlassen am: 06.10.2023
Datum des Eingangs der Antragsschrift: 05/10/2023
NanoString Technologies Inc.
(Antragsgenerin) - 530 Fairview Ave N - 98109 -
Seattle (WA) - US
Schriftliches Verfahren zugestellt am
06/10/2023
ANTRAGSTELLER
1) 10x Genomics, Inc.
(Antragstellerin) - 6230 Stoneridge Mall
Road - 94588-3260 - Pleasanton - US
Vertreten durch:
Tilman Müller-Stoy
2) President and Fellows of Harvard
College
(Antragsteller) - Suit 727E, 1350
Massachussetts Avenue - 02138 -
Massachusetts - US
Vertreten durch:
Tilman Müller-Stoy
ANTRAGSGEGNER
1) NanoString Technologies Inc.
(Antragsgegnerin) - 530 Fairview Ave N -
98109 - Seattle (WA) - US
Vertreten durch:
Oliver Jan Jüngst
STREITGEGENSTÄNDLICHE PATENTE
Patentnr. Inhaber
EP4108782
EP2794928
President and Fellows of Harvard College
President and Fellows of Harvard College
ENTSCHEIDENDE RICHTER
ZUSAMMENSETZUNG DES SPRUCHKÖRPERS – VOLLSTÄNDIGE ZUSAMMENSETZUNG
Vorsitzender Richter Matthias Zigann
Berichterstatter Tobias Pichlmaier
Diese vorläufige Anordnung wurde vom Vorsitzenden Richter Matthias Zigann erlassen; Das vollstän-
dige Panel ist noch nicht zusammengestellt;
VERFAHRENSSPR!CHE: Deutsch
Sachverhalt:
Die Klagepartei hat am 05.10.2023 einen Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen gestellt. Sie befürchtet, dass die beklagte Partei in den Vereinigten Staaten von Amerika erneut einen Antrag auf Erlass einer Anti-Suit-Injunction (ASI) und/oder Anti-Enforcement-Injunction (AEI) stellen könnte. Diese Befürchtung begründet sie zum einen damit, dass die beklagte Partei einen derartigen Antrag im Zusammenhang mit zwei Verletzungsverfahren vor dem Landgericht München I betreffend das EP 2794928 bereits gestellt habe. Insoweit sei eine Anti-Anti-Suit-Injuction (AASI) bzw. Anti-Anti-Enforcement-Injunction (AAEI)vom Landgericht München I ex parte gewährt und auf Einspruch bestätigt worden. Der Antrag vor dem US-Gericht sei daraufhin zurückgenommen worden. Zum anderen begründet die Klagepartei ihren Antrag damit, dass der anwaltliche Vertreter der beklagten Partei, Rechtsanwalt Jüngst, in den mündliche Verhandlungen betreffend die beiden Verfügungspatente vor der Lokalkammer München des Einheitlichen Patentgerichts vom 05.09.2023/06.09.2023 und 19.09.2023 auf konkrete Nachfrage nicht klar und eindeutig erklärt habe, dass die beklagte Partei keine erneute Anti-Suit-Injunction (ASI) und/oder Anti-Enforcement-Injunction (AEI) beantragen wird. Auf die Zitate in der Antragsschrift wird Bezug genommen.
Der Vorsitzende hat den anwaltlichen Vertreter der Klageparte, Rechtsanwalt Müller-Stoy, am 6.10.2023 gegen 10.00 Uhr telefonisch darüber informiert, dass die Kammer der beklagten Partei rechtliches Gehör gewähren wird. Er war mit der skizierten Vorgehensweise einverstanden.
Im Rahmen eines Telefonats zwischen dem Vorsitzenden und dem anwaltlichen Vertreter der beklagten Partei, Rechtsanwalt Jüngst, am 06.10.2023 gegen 11.50 Uhr erklärte Rechtsanwalt Jüngst, dass er heute nicht im Büro sei und daher die Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme innerhalb weniger Stunden via CMS schwierig sei. Er erbittet hierfür Frist bis Montag. In diesem Rahmen versichert er anwaltlich, dass
seine für die beklagte Partei abgegebenen Erklärungen dahingehend zu verstehen seien, dass keine ASI und/oder AEI beantragt werden wird. Es würde auch keine ASI und/oder AEI beantragt werden. Dies werde er am Montag schriftsätzlich ausführen.
Gründe:
Die beklagte Partei erhält Gelegenheit, die oben genannten Erklärungen ihres anwaltlichen Vertreters innerhalb kurzer Frist klarzustellen.
Anträge auf Erlass einer AASI/AEF können regelmäßig ex parte erlassen werden, weil durch den durch eine Anhörung der Gegenseite verbundenen Warneffekt der Zweck der Maßnahme vereitelt werden könnte. Vorliegend liegt aber eine Ausnahmesituation vor. Diese erfordert, ein eingeschränktes rechtliches Gehör zu gewähren. Die Gefahr der Vereitelung wird durch die Kürze der Frist gebannt.
Aus Sicht der Kammer sind die bisherigen Erklärungen der beklagten Partei, abgegeben durch ihren anwaltlichen Vertreter, nicht hinreichend eindeutig. Soweit die bisherigen Erklärungen aus Sicht der beklagten Partei bzw. ihres anwaltlichen Vertreters, Rechtsanwalt Jüngst, so zu verstehen sein sollten, dass die beklagte Partei die aus dem Antrag ersichtlichen Handlungen unterlassen wird, so kann dies ohne Weiteres durch ihren anwaltlichen Vertreter, Rechtsanwalt Jüngst, innerhalb der kurzen Frist
schriftlich klargestellt bzw. erklärt werden. Rechtsanwalt Jüngst hat sich heute bereits telefonisch dahingehend geäußert und seine Erklärungen anwaltlich versichert.
Soweit eine solche kurzfristige schriftliche Klarstellung/Erklärung entgegen der telefonischen Ankündigung nicht erfolgt, wird die Annahme naheliegen, dass ein erneuter Antrag auf Erlass einer Anti-Suit-Injunction und/oder Anti-Enforcement-Injunction droht. Es ist für diesen Fall damit zu rechnen, dass zur Abwendung dieser Gefahr die beantragten Maßnahmen sogleich erlassen werden. Die beklagte Partei hätte dann im
Rahmen der hiergegen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel Gelegenheit, weiter vorzutragen.
Anordnung:
1. Die Klageparte möge noch heute erklären, dass der Antrag weiterverfolgt wird.
2. Die beklagte Partei erhält Gelegenheit, zu dem Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen bis Montag, 09.10.2023, 11.00 Uhr, im oben dargestellten Umfang schriftlich Stellung zu nehmen.
ANGABEN ZUR ENTSCHEIDUNG UND DENANORDNUNGEN
Verfahrensnummer: UPC_CFI_357/2023
Nummer des dazugehörigen Verfahrensantrags: ACT_578681/2023
Nummer der Anordnung: ORD 578815/2023
Art des Antrags: Antrag auf Erlass einstweiliger Maßnahmen
Dr. Zigann
Vorsitzender Richter
Matthias
ZIGANN
Machine Translation:
Munich Local Division
Provisional order of the Court of First Instance of the Unified Patent Court
in the proceedings for interim measures
concerning EP 4 108 782 and EP 2 794 928
Case number UPC CFI 357/2023
issued on: 06.10.2023
Date of receipt of the application: 05/10/2023
NanoString Technologies Inc.
(applicant) - 530 Fairview Ave N - 98109 -
Seattle (WA) - US
Written proceedings served on
06/10/2023
APPLICANT
1) 10x Genomics, Inc.
(Applicant) - 6230 Stoneridge Mall
Road - 94588-3260 - Pleasanton - US
Represented by:
Tilman Müller-Stoy
2) President and Fellows of Harvard
College
(Applicant) - Suite 727E, 1350
Massachusetts Avenue - 02138 -
Massachusetts - US
Represented by:
Tilman Müller-Stoy
RESPONDENT
1) NanoString Technologies Inc.
(Respondent) - 530 Fairview Ave N -
98109 - Seattle (WA) - US
Represented by:
Oliver Jan Jüngst
PATENTS IN DISPUTE
Patent No. Owner
EP4108782
EP2794928
President and Fellows of Harvard College
President and Fellows of Harvard College
DECIDING JUDGES
COMPOSITION OF THE PANEL – COMPLETE COMPOSITION
Presiding Judge Matthias Zigann
Rapporteur Tobias Pichlmaier
This preliminary injunction was issued by Presiding Judge Matthias Zigann; the full
panel has not yet been assembled;
PROCEEDINGS LANGUAGE: German
Facts:
On 5 October 2023, the plaintiff filed an application for interim measures. It fears that the defendant may again file an application for an anti-suit injunction (ASI) and/or anti-enforcement injunction (AEI) in the United States of America. It justifies this fear on the one hand by stating that the defendant has already filed such an application in connection with two infringement proceedings before the Munich I Regional Court concerning EP 2794928. In this regard, an anti-anti-suit injunction (AASI) or anti-anti-enforcement injunction (AAEI) was granted ex parte by Munich Regional Court I and confirmed on appeal. The application before the US court was then withdrawn. Secondly, the plaintiff justifies its application on the grounds that the defendant's legal representative, Mr Jüngst, did not clearly and unambiguously state in the oral proceedings concerning the two patents in question before the Munich Local Chamber of the Unified Patent Court on 5 September 2023/6 September 2023 and 19 September 2023, when specifically asked, that the defendant would not apply for a new anti-suit injunction (ASI) and/or anti-enforcement injunction (AEI). Reference is made to the quotations in the application.
The President informed the plaintiff's legal representative, Mr Müller-Stoy, by telephone at around 10 a.m. on 6 October 2023 that the Chamber would grant the defendant a legal hearing. He agreed to the outlined procedure.
During a telephone conversation between the presiding judge and the defendant's legal representative, Mr Jüngst, at around 11:50 a.m. on 6 October 2023, Mr Jüngst stated that he was not in the office today and that it would therefore be difficult to submit a written statement via CMS within a few hours. He requested a deadline of Monday for this. In this context, he gave his assurance as a lawyer that
his statements made on behalf of the defendant are to be understood as meaning that no ASI and/or AEI will be applied for. No ASI and/or AEI would be applied for. He would explain this in writing on Monday.
Reasons:
The defendant is given the opportunity to clarify the above statements made by its legal representative within a short period of time.
Applications for the issuance of an AASI/AEF can regularly be issued ex parte because the purpose of the measure could be frustrated by the warning effect associated with a hearing of the opposing party. However, the present case is an exceptional situation. This requires that a limited right to be heard be granted. The risk of frustration is averted by the short time limit.
In the Chamber's view, the statements made so far by the defendant through its legal representative are not sufficiently clear. Insofar as the statements made so far by the defendant or its legal representative, Mr. Jüngst, are to be understood as meaning that the defendant will refrain from the actions specified in the application, this can be clarified or explained in writing by its legal representative, Mr. Jüngst, within the short time limit.
Lawyer Jüngst has already stated this by telephone today and has confirmed his statements through his lawyer.
If, contrary to the telephone announcement, no such written clarification/explanation is provided at short notice, it will be assumed that a new application for an anti-suit injunction and/or anti-enforcement injunction is imminent. In this case, it is to be expected that the measures applied for will be granted immediately in order to avert this danger. The defendant would then have the opportunity to further argue its case within the scope of the legal remedies available against this order. Order: 1. The plaintiff shall declare today that the application will be pursued.
within the scope of the legal remedies available against this order.
Order:
1. The plaintiff shall declare today that it will pursue the application.
2. The defendant shall be given the opportunity to respond in writing to the application for interim measures by Monday, 9 October 2023, 11:00 a.m., to the extent set out above.
INFORMATION ON THE DECISION AND ORDERS
Case number: UPC_CFI_357/2023
Number of the corresponding procedural application: ACT_578681/2023
Number of the order: ORD 578815/2023
Type of application: Application for interim measures
Dr. Zigann
Presiding Judge
Matthias
ZIGANN
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